Psychogramm der Interjektionen „halt“ und „eben“
Eine phraseologische Miszelle
RALF FRODERMANN
Die autoratifizierende Funktion der Interjektionen „halt“ und „eben“ korrespondiert nicht selten mit einem ressentimentgeladenen Ausdruck von Indignation wie von ergebener Schicksalhaftigkeit: „halt“ und „eben“ bilden den kleinsten lexikalischen Nenner universeller Affirmation. Mit einer bzw. zwei Silben allein wird das, was ist, zu dem, was nicht anders sein kann, ontologisiert.
„halt“ und „eben“ dienen der semantischen Sanktionierung ihrer jeweiligen Kontexte, zugleich sind sie sprachlicher Ausdruck forcierter Sprachlosigkeit.
Nachdrücklich auf Bestehendem zu bestehen, ist Wesen der Borniertheit. Diese hat keinen Zeitkern und bescheidet sich vor und nach den Unter-, Auf- und Übergängen mit einem objektiv lapidaren wie subjektiv epischen „halt“ oder „eben“.
Zusatz
In Konnotation mit der Partikel „nur“ wird das defensive „halt“ zum semantischen Brandbeschleuniger: „Ich kann halt lieben nur…“. Dies stellt dann den seltenen Fall liebenswürdig-affektiver Borniertheit dar.
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