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Es folgen drei Texte zur Kritik der politischen Ökonomie.
Vor einigen Wochen kam es per E-Mail zu einer kleinen
Auseinandersetzung mit Ingo Elbe, der der Kritischen Theorie
„Marxismus-Mystizismus“ vorwirft. Weil dieser Vorwurf die Grundlagen
materialistischer Gesellschaftstheorie berührt, erschien es uns
wichtig, die Debatte öffentlich auszutragen; zumal die Reflexion auf
die basalen Prämissen der kommunistischen Kritik heute zunehmend für
irrelevant oder gar unzeitgemäß gehalten zu werden scheint, was einer
theoretischen Beliebigkeit Tür und Tor öffnet.
Text 1 ist Ingo Elbes These, Text 2 eine Replik der Redaktion und Text
3 eine ergänzende Hintergrundbetrachtung zur Kritik der formalen Logik
von Philipp Lenhard. Im nächsten Heft wird Joachim Bruhn von der
Initiative Sozialistisches Forum aus Freiburg dann Stellung zu den vor
allem gegen die ISF erhobenen Vorwürfen beziehen.
Die Redaktion
Marxismus-Mystizismus
oder: die Verwandlung der Marxschen Theorie
in deutsche Ideologie++
INGO ELBE
„Die Deutschen sind, wenigstens auf dem Gebiet der
Philosophie, so sehr an das Obskure, Unverständliche, Schwülstige,
Verworrene gewöhnt, daß ihnen gerade das Verständliche das
Unverständliche, das Klare das Dunkle, das Begreifliche das einzig
Unbegreifliche ist“. (Ludwig Feuerbach) (1)
Im Jahr 1964 monierte Hans Albert, seines Zeichens Vertreter des
Kritischen Rationalismus im damaligen ‚Positivismusstreit’, den Gestus
„dialektischer Verdunkelung“ (2), mit dem Theodor W. Adorno und Jürgen
Habermas ihr Paradigma einer kritischen Gesellschaftstheorie von
vermeintlich traditionellen Wissenschaftsstandards abzuheben gedachten.
Diesen Gestus hat Albert später auch polemisch als Ausdruck einer
„deutsche[n] Ideologie“ (3) bezeichnet, deren Quellen er in Hegel und
Heidegger identifizierte. Ohne die antihegelianische Hybris des
Kritischen Rationalismus teilen zu müssen, ist im Rückblick tatsächlich
zu konstatieren, dass im Gefolge von Adorno (4), aber auch
traditionelleren marxistischen Denkern, in Fragen einer Methodologie
kritischer Theorie einige obskurantistische Behauptungen in die sich
antipositivistisch dünkende Linke Einzug gefunden haben, die bis heute
fortwirken. Daran konnte auch eine ‚neue Marx-Lektüre’ wenig ändern.
Ja, in dieser entwickelten sich solche Tendenzen bisweilen in ihren
extremsten Varianten – nun unter dem Label einer ‚Rekonstruktion’ der
Kritik der politischen Ökonomie firmierend. Drei Momente sind hier vor
allem zu nennen: Die fehlende Explikation der eigenen Begriffe bis hin
zu den Kapriolen eines „regellosen Sprachspiel[s]“ (5), die Jean Améry
treffend als „Jargon der Dialektik“ beschrieben hat; die Konfusion
deskriptiver und normativer Ansprüche in einem äquivoken Kritik- und
Rationalitätsbegriff; und letztlich die mystische Behauptung realer
Paradoxien in der Wirklichkeit des Kapitalismus und der affirmative
Bezug auf logische Widersprüche zu deren Erfassung, die in der
Behauptung der Initiative Sozialistisches Forum, das Kapitalverhältnis
sei „an sich selbst unverständlich, historisch und logisch“ (6), ihre
letzte und konsequente Schwundstufe erreicht. Die Beharrlichkeit, mit
der von verschiedensten Interpreten versucht wird, offensichtlichen
Unsinn in Marx’ Ökonomiekritik zu entdecken, diesen mit der Aura von
wahlweise ‚theorie’- (ISF) oder ‚aufklärungskritischer’ (Krisis)
Tiefsinnigkeit zu versehen und zur emphatischen Intention des Marxschen
Ansatzes zu adeln, ist also in der Marx-Rezeption, insbesondere
derjenigen der letzten 40 Jahre, kein neues Phänomen.
Es geht dabei um nicht weniger als die Frage, was kritische
Gesellschaftstheorie überhaupt bedeuten kann und in welcher Weise sie
sich von ‚affirmativer’, ‚ideologischer’, ‚bürgerlicher’ oder
‚traditioneller’ Theorie abzugrenzen hat. Zur Klärung dieser Fragen
könnten drei Herangehensweisen von Interesse sein: 1) Bezieht sich
Kritische Theorie wesentlich auf Marx’ Ökonomiekritik als eine Art
‚discours de la méthode’ (7), dann wäre zu ermitteln, in welcher Weise
Marx Kritik an der politischen Ökonomie seiner Zeit übt, welche
Wissenschaftsstandards er beibehält und welche er als
gegenstandsinadäquat verabschiedet (8). 2) Dabei könnte untersucht
werden, inwiefern die von irrationalistischen Positionen vorgebrachten
Unterstellungen eines ‚realparadoxen’ Kerns der Kritik der politischen
Ökonomie, bzw. ihres Gegenstands, den Marxschen Intentionen angemessen
sind (9). 3) Anschließend wäre zu überprüfen, welche Berechtigung der
bereits mit Lukács einsetzende und in der Frankfurter Schule
ausgearbeitete positivismuskritische Marxismus hat und welche
Parallelen bzw. Unterschiede es zur Positivismuskritik des kritischen
Rationalismus und der analytischen Philosophie gibt (10).
Aus nachvollziehbaren Gründen werde ich mich im Folgenden auf
ausgewählte Aspekte des Punktes 2) beschränken. Dies macht auch deshalb
Sinn, weil es in den diesem Artikel vorangegangenen Diskussionen
vornehmlich um die Frage ging, ob die mystischen Positionen das
‚Kapital’ von Marx angemessen interpretieren, also etwas zum
Verständnis des Textes beitragen, der von allen Seiten der Debatte als
unverzichtbares Moment einer emanzipatorischen Kritik des gegenwärtigen
Zustands gilt. Die Frage einer ‚Begründung’ des Rationalitätsstandards,
von dem ich ausgehe, kann hier nicht Thema sein (11).
I. Unterschiede machen.
Einige methodologische Vorbemerkungen
Gegenstand dialektischer Darstellung in der Kritik der politischen
Ökonomie ist die Struktur eines gesellschaftlichen Ganzen sowie dessen
strukturbedingte Entwicklungstendenzen, seine innere Historizität.
‚Entwicklung’ der Formen gesellschaftlichen Reichtums (und Zwangs)
bezeichnet nicht die Rekonstruktion ihrer geschichtlichen Entstehung,
sondern die Erklärung einer Struktur gleichzeitig existierender und
sich wechselseitig (voraus-)setzender Formen. Dialektische Darstellung
ist primär die begriffliche Reproduktion eines unter bestimmten, nicht
vom System selbst gesetzten, Bedingungen produzierten und sich stets
reproduzierenden Gegenstands, der ‚an sich’ real existiert, aber ‚für
uns’, als begriffener Gegenstand, noch entfaltet werden muss. Für die
begriffliche Entwicklung besteht damit die Notwendigkeit eines
Nacheinanders in der Darstellung. Denn es ist unmöglich, reell
gleichzeitig existierende Formen sprachlich ebenso gleichzeitig zu
reproduzieren. Marx’ Theorie im ‚Kapital’ ist dabei Wesenserkenntnis im
Sinne der Rekonstruktion eines empirisch nicht unmittelbar erfassbaren
gesellschaftlichen Struktur- und Handlungszusammenhangs – und zwar
mittels der Erarbeitung einer nichtempirischen Theorieebene, die die
Erklärung empirischer Erscheinungsformen, wie des Geldes oder des
Profits, allererst ermöglicht. Marx verfolgt damit ein „Prinzip der
Entwicklung der ökonomischen Kategorien bei Differenzierung
unterschiedlicher Abstraktionsebenen“ (12). Kategorien wie abstrakte
Arbeit, Wert oder Mehrwert haben dabei keine unmittelbaren empirischen
Referenten, die Aufeinanderfolge der Kategorien (z.B. Ware und Geld)
ist nicht als eine historische von jeweils für sich existierenden
Sachverhalten, sondern als begriffliche Analyse zu verstehen.
Es sind also unterschiedliche Abstraktionsebenen zu unterscheiden.
Hinzu kommt, dass Marx nicht nur eine Analyse des realen Zusammenhangs
von Reichtumsformen gibt, sondern daraus zugleich erklärt, warum diese
als Naturformen menschlichen Zusammenlebens verkannt werden. Es sind
also zusätzlich zwei Analyseebenen, Formanalyse und Ideologiekritik, zu
unterscheiden. Dass Marx auch durch Theoriekritik der politischen
Ökonomie zentrale Erkenntnisse gewinnt, bedeutet nicht, dass
Formtheorie mit Ideologiekritik identisch ist. Beide sind verbunden,
müssen aber hinsichtlich ihres Aussagengehalts insofern getrennt
werden, als dass Marx mit bestimmten Aussagen die verkehrten
Auffassungen der politischen Ökonomie referiert, um sie aus der
Formanalyse heraus als notwendig falsche zu erklären. Eine Vielzahl von
mystischen Deutungen zentraler Kategorien des ‚Kapital’ ist dem
Unverständnis der Abstraktions- und Analyseebenen der Marxschen
Darstellung der Reichtumsformen geschuldet. So werden z.B.
metatheoretische Aussagen, in denen Marx den im Rahmen des jeweiligen
Abstraktionslevels bereits erreichten Erkenntnisstand über das Objekt
der Analyse reflektiert, als letztgültige objekttheoretische Aussagen
missverstanden (Beispiel: Wert als „Gedankending“) oder es werden
Aussagen über die (verkehrte) gedankliche Verarbeitung der
existierenden Reichtumsformen seitens der Warenbesitzer als
Beschreibungen der wirklichen Struktur des Gegenstands verstanden
(Beispiele: „objektive Gedankenformen“, „verrückte Formen“ oder
„automatisches Subjekt“) (13).
Die meisten der unten besprochenen Beispiele marxistischer
Unsinnsproduktionen betreffen die Deutung der ‚dialektischen Einheit’
widersprüchlicher Momente. Dialektisches Denken impliziert eine
Unterscheidung von Verstand und Vernunft. Verständiges Denken ist dabei
als solches definiert, das bei unvermittelten Gegensätzen stehen bleibt
und sie fixiert (also nur 'Realoppositionen' kennt), vernünftiges aber
als eines, das zudem deren Vermittlungen/Einheit/Zusammengehörigkeit
berücksichtigt (14). Es kommt nun alles darauf an, wie die Begriffe
Vermittlung/Einheit/Zusammengehörigkeit verstanden werden. Das scheint
der Kernpunkt der Frage zu sein, inwiefern der Gegenstand des ‚Kapital’
ein rational (im Sinne von vernünftig) begreifbarer ist (15). Im
Gegensatz zu der vorschnellen und Tiefsinn heischenden Identifizierung
von dialektischen mit logischen Widersprüchen, muss nun konstatiert
werden, dass in der Marxschen Dialektik ein Vernunfttypus
präsent ist, der innere Vermittlungen denkt und zugleich auf „bleibende
Differenz[en] innerhalb der Vermittlung“ (16) pocht. Marx’ Konzept des
Widerspruchs, der Bewegungsformen findet, schließt somit „die
Vermittlung der Extreme ein, ohne daß diese miteinander vermischt
werden“ (17). Allein durch ein solches Konzept von Dialektik können wir
die theologisch-phantastische Welt hölzerner Eisen oder von Dingen, die
zugleich und in derselben Hinsicht Gesellschaftliches und
Ungesellschaftliches sind, verlassen und zu einer wirklichen Erkenntnis
des Kapitalismus gelangen, zu einer Kritik, welche die Gegenwart zu begreifen
und nicht bloß zu be- und verurteilen weiß (18).
II. Das ‚credo, quia absurdum est’ (19)
marxistischer Theologen
„Die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik“ (Karl
Marx) (20)
Eine kleine Auswahl gängiger irrationalistischer Behauptungen wird nun
kurz, kursiv gesetzt, referiert, bzw. in Frageform dargelegt. Die
Antwort/Widerlegung folgt dann jeweils auf dem Fuße.
1) Zeigt sich der realparadoxe
Charakter des Gegenstands der Ökonomiekritik nicht bereits daran, dass
der Wert „die identische Präsenz des logisch einander Ausschließenden“ (21)
, die Ware „wie der Christ [...] die Einheit des Endlichen und des
Unendlichen [...] gleichzeitig Sein und Nichtsein“ (22) ist, „ein
‚Ding’“ bezeichnet, „das doch kein Ding ist“(23) oder anders
ausgedrückt Waren „als Sachen real geworden [sind], obwohl sie keine
Sachen sind“, weil sie „ein Produkt der Entfremdung, [...] irreale,
wenn auch versachlichte Größen“ (24) darstellen? Ist nicht die
„komplizierte Beziehung“ (25)von Tauschwert und Gebrauchswert
allein in einer einzigen Fußnote aus einer Selbstverständigungsschrift
Marxens richtig erfasst worden, in der es heißt: „Ist nicht Wert als
die Einheit von Gebrauchswert und Tauschwert zu fassen? An und für sich
ist Wert als solcher das Allgemeine gegen Gebrauchswert und Tauschwert
als besondre Form desselben?“ (26).
Die Einheitsdimension von Gebrauchswert und
Wert ist ohne jeden logischen Widerspruch denkbar (27). Zunächst gilt
der Wert selbst als gesellschaftliche
Einheitsdimension von Privatprodukten. Die isoliert voneinander
produzierten Güter werden als Waren, das heißt durch das Absehen von
ihren Gebrauchswerten und das Reduzieren auf Produkte abstrakter
Arbeit, in ihrer Wertdimension aufeinander bezogen und so
vergesellschaftet. Der Wertgrund ist die abstrakte Arbeit als
Realabstraktion. Abstrakte Arbeit als Nominalabstraktion (28) ist eine
Eigenschaft, die jeder Ware als Produkt menschlicher Arbeit zukommt.
Das konstituiert sie allerdings noch nicht zur Wertsubstanz. Diese ist
nur gegeben, wenn Arbeitsprodukte in ihrer Eigenschaft als bloße
Produkte menschlicher Arbeit im Tausch aufeinander bezogen
werden. Damit ist die Wertsubstanz eine rein relationale Eigenschaft,
die nicht-relationale Eigenschaften als Träger besitzt. Vom Wert als
Einheitsdimension zu unterscheiden ist die Ware als
Einheit von Gebrauchswert und Wert, die zunächst nur das
Nebeneinanderbestehen zweier verschiedener Bestimmungen – stofflicher
und gesellschaftlicher – desselben Gegenstands meint. Eine Ware ist „in
einer gesellschaftlich-unspezifischen Hinsicht Gebrauchswert, d.h. ein
Stück bearbeiteter Natur [...], und in einer
gesellschaftlich-spezifischen Hinsicht Wert“ (29).
1879/80 kritisiert Marx anhand von Adolph Wagners Ansatz genau die oben
angeführte identitätsphilosophische Konzeptualisierung des
Verhältnisses von Gebrauchswert und Wert aus der Fußnote der
‚Grundrisse’: Marx wirft Wagner vor, „dem deutsch-vaterländischen
Professoral-‚Bestreben’ zu folgen“ (30), Gebrauchswert und Wert zu
konfundieren, indem dieser den Wert als gesellschaftliche
Einheitsdimension der Waren mit der Einheit von Gebrauchswert und Wert
der jeweiligen Waren vermische. Gebrauchswert und Tauschwert werden bei
Wagner demnach einander gegenübergestellt und zugleich aus dem Wert als
vermeintlich über beide Seiten übergreifender und ihnen
zugrundeliegender Einheitsdimension heraus erklärt. Analog zu Hegels
identitätsphilosophischer Lösung des Gegensatzes von Geist und Natur,
in der der absolute Geist das über den endlichen Geist und die Natur
übergreifende Dritte darstellt, das sich vermittelt über diesen
Gegensatz zu sich selbst verhält, verdoppelt sich bei Wagner der Wert
in Gebrauchswert und Tauschwert, wird so als mystische Identität von
Identität und Nichtidentität begriffen.
2) Setzt dann nicht wenigstens Geld „die Prinzipien der
Logik: den Satz der Identität, den Satz vom zu vermeidenden Widerspruch
und den vom ausgeschlossenen Dritten außer Kraft“, weil es „zugleich
und in derselben Hinsicht Ding und Nicht-Ding, nämlich
gesellschaftliches Verhältnis“ (31) ist? Sagt Marx nicht auch im
folgenden Zitat, dass für ihn das theologische Mysterium eines zugleich
und in derselben Hinsicht Abstrakt-Konkreten, Sinnlich-Übersinnlichen,
eine buchstäbliche Inkarnation des Allgemeinen existiert: „Es ist als
ob neben und außer Löwen, Tigern, Hasen und allen andern wirklichen
Thieren [...] auch noch d a s T h i e r existierte,
die individuelle Incarnation des ganzen Thierreichs“ (32).
Wertgegenständlichkeit kommt den Produkten nur innerhalb
eines spezifisch gesellschaftlichen Verhältnisses von Sachen zu. Dieser
Bezug aufeinander geht aber nicht von den Sachen aus und entspringt
nicht ihrem physischen Sosein. Sie werden von Menschen unter bestimmten
(privat-arbeitsteiligen) Vergesellschaftungsbedingungen ihrer Arbeit in
ein solches Verhältnis zueinander gesetzt, was ihre Eigenschaften als
Wertdinge erst hervorbringt. Die Sachen bedeuten nun etwas
über ihre physische Dingeigenschaft, die ihnen auch selbständig
zukommt, Hinausgehendes. Aber: „Waaren sind Sachen. Was sie sind,
müssen sie sachlich sein oder in ihren eignen sachlichen Beziehungen
zeigen“ (33). Wertsubstanz und Wert müssen notwendig erscheinen. Die
Gesellschaftlichkeit der Warendinge, ihre Wertdimension, kann sich nur
in der Gebrauchswertdimension der jeweils anderen Waren, letztlich
einer ausgeschlossenen Ware, äußern. Dies liegt nicht nur in der rein
gesellschaftlichen Existenzweise des Werts, sondern auch in der
spezifischen Ausdrucksweise der Gesellschaftlichkeit von Gegenständen
begründet: „Da der Wert der einzelnen Ware in keinem von ihrem
Gebrauchswert verschiedenen Medium erscheinen kann (die Ware ist ein
toter Gegenstand, der keine Gesten hat, keine Sprache besitzt usw.),
kann der Wert an ihr überhaupt nicht erscheinen. Die Ware ist nicht als
das vom Gebrauchswert verschiedene Gesellschaftliche, sondern einzig
und allein als Gebrauchswert fassbar. Muss die Ware als Wert erscheinen
und kann sie dies in keinem andern Medium als in dem des Gebrauchswerts
tun, dann kann die Ware nur in einem Gebrauchswert erscheinen, der vom
Gebrauchswert der Ware verschieden ist“ (34). In der Wertform (dem
Tauschwert) erhält der Wert (ein gesellschaftlich-Allgemeines, ein
Verhältnis) sinnlich-gegenständliche Selbständigkeit. Das Allgemeine
(der Wert) tritt wie ein Konkretes neben die konkreten Dinge
(Gebrauchswerte). Dies ist aber nur ein „als ob“! Dieses „als ob“ im
obigen Marx-Zitat übersehen viele marxistische Interpreten, weil es
ihnen nicht in den Kram passt, dass Marx eben keinen inkarnierten
heiligen Geist, kein zugleich und in derselben Hinsicht sinnliches und
übersinnliches, konkretes und allgemeines ‚Ding’ als real annimmt. Zwar
entsteht durch die Darstellung des Werts der Ware A im Gebrauchswert
der Ware B eine – von der Eigenschaft beider Waren als Einheit von
Gebrauchswert und Wert zu unterscheidende – ‚Vereinigung’ des Werts der
ersten mit dem Gebrauchswert der zweiten Ware. Die Naturalform von B ++gilt++
aber im Rahmen dieses Verhältnisses lediglich als Wertform von A. Es
verwandelt sich dabei weder der Wert (von A) in den Gebrauchswert (von
B) noch der Gebrauchswert (von B) in den Wert (von A). Die Wertform ‚x
Ware A ist y Ware B wert’ ist ein polarischer Gegensatz. Dessen Pole
sind Reflexionsbestimmungen, d.h. Eigenschaften, die ihnen nur
innerhalb ihres Verhältnisses aufeinander zukommen. Die irrationale
Auffassung, in der Wertform entstehe eine reale Verschmelzung
von Gebrauchswert und Wert, konkreter und abstrakter Arbeit,
Privatarbeit und gesellschaftlicher Arbeit, erliegt gerade dem
Warenfetisch, der relationale Eigenschaften als Dingeigenschaften
begreift.
3) Ist es nicht Marx höchstselbst, der die Entstehung des
Mehrwerts als logischen Widerspruch bezeichnet, indem er sagt: „Kapital
kann also nicht aus der Zirkulation entspringen und es kann ebensowenig
aus der Zirkulation nicht entspringen. Es muß zugleich in ihr und nicht
in ihr entspringen“ (35)?
Dies ist ein logischer Widerspruch, den Marx als
Problemantinomie einführt, um eine Erkenntnis vor den Augen des Lesers
zu produzieren, die er selbst längst besitzt. Die Antinomie stellt eine
Phase der Darstellung im ‚Kapital’ dar, die die Funktion des Aufspürens
dialektischer Widersprüche in noch unpräziser, den realen Verhältnissen
nur ähnlicher Form erfüllt. Ihr wird im Kontext der Kritik der
politischen Ökonomie nur der Status „didaktische[r] Probleme“ zuteil,
die „die durchlaufene Erkenntnisbewegung reproduzieren, d.h.
heuristisch vorher gestellte (und dabei gelöste) Probleme
reproduzieren“ (36). Diese Struktur findet Narski vor allem in der oben
vom Theologen angeführten Zirkulations-Produktions-Antinomie im
‚Kapital’ wieder: Dort wird im Zuge der Thematisierung der
‚Widersprüche der allgemeinen Formel’ (G-W-G) und der Frage der
begrifflichen Fassbarkeit des Kapitals formuliert: „Kapital kann also
nicht aus der Zirkulation entspringen und es kann ebensowenig aus der
Zirkulation nicht entspringen. Es muß zugleich in ihr und nicht in ihr
entspringen [...] Dies sind die Bedingungen des Problems“ (Marx). Die
Synthese als Aufhebung dieses Widerspruchs darf nun keinesfalls mit der
Konjunktion der widersprüchlichen Aussagen verwechselt werden. Soll die
Antinomie einen dialektischen Widerspruch anzeigen, so muss über sie
hinausgegangen werden und ist ihre logische Struktur ‚A – Non A’ nur im
Sinne einer unpräzisierten logisch nicht-widersprüchlichen als
statthaft zu erachten. Das heißt, die Struktur ‚entsteht in der
Zirkulation und entsteht nicht in der Zirkulation’, die als
kontradiktorischer Widerspruch auftritt – K ist B und Nicht-B zur
selben Zeit und in derselben Hinsicht –, muss als Schein-Antinomie (37)
erwiesen und in die Struktur des nicht-logischen, dialektischen
Widerspruchs – K ist B und Nicht-B in verschiedener Hinsicht zur selben
Zeit oder in derselben Hinsicht zu verschiedenen Zeitpunkten –
transformiert werden. Die Synthese besteht hier in der Präzisierung der
Bedeutung von These und Antithese und der dadurch bewirkten Überwindung
ihres kontradiktorischen Charakters. Sie gilt somit als Resultat der
bewussten Vermeidung logischer Widersprüche. Die Lösung der
Produktions-Zirkulations-Antinomie der Mehrwertgenese besteht nun
darin, Kapital als in der Produktion, vermittelt über die Zirkulation
konstituiert zu betrachten: Vermittelt über den Kauf der Ware
Arbeitskraft (präzisierte Redeweise von 'in der Zirkulation') durch den
Konsum des 'Gebrauchswerts' dieser Ware, mehr Wert zu setzen, als sie
zu ihrer Reproduktion benötigt (präzisierte Redeweise von 'in der
Produktion').
4) Wenn die einfacheren Reichtumsformen noch keine
kontradiktorischen Gegensätze in der Wirklichkeit anzeigen, so doch
bestimmt das Kapital. Ist es doch die Aufgabe von Marx’ „Begriffsmystik
[...] die reale Mystik einer Gesellschaft zu erfassen, in der ‚4=5’
ist“ (38). Ist es denn nicht „die Besonderheit von Karl Marx in seinem
Hauptwerk [...], den Wert als sich verwertenden Wert, als ‚größer als
er selbst’ bestimmt zu haben“ (39)? Besteht der
„denunziative Nerv der Kritik der politischen Ökonomie“ nicht in
„nichts anderem als darin, dass, was Jahrhunderte sich unter ‚Gott’ nur
im Ungefähren vorzustellen vermochten, in Begriff und Sache des
Kapitals zum Bewegungsgesetz der Wirklichkeit geworden ist – zum
‚automatischen Subjekt’“ (40)?
Immer wenn Marx den Widersinn der politischen Ökonomen
anspricht, der wiederum nur die „prosaisch reelle[n] Mystifikation[en]“
(41) oder die „Religion des Alltagslebens“ (42) verdolmetscht, dann
fühlen sich unsere Theologen zu Recht intuitiv angesprochen. Aber sie
halten die kritisch-ironischen Bemerkungen von Marx über seine Gegner
irrtümlicherweise für dessen ureigenste Einsichten.
Marx macht sich im dritten Band des ‚Kapital’ über den Zinsfetisch
lustig, der unterstellt, Kapital sei ein ‚sich’ vermehrendes Guthaben
an Geld, eines, das vermittlungslos aus Wert mehr Wert mache. In diesem
Kontext fällt die Bemerkung, diese These laufe darauf hinaus, dass
„4=5“ (43) sei. Diesen „Unsinn, daß ein Wert mehr wert sein soll, als
er wert ist“ (44) meint er auch, wenn er im ersten Band vorgreifend
erwähnt, im „zinstragenden Kapital“ stelle sich die Formel G-W-G’ „ohne
die Vermittlung, sozusagen im Lapidarstil, als G-G’, Geld, das zugleich
mehr Geld, Wert, der größer als er selbst ist“ (45) dar. Zu guter letzt
ist auch die Formulierung des „automatischen Subjekts“ eine
fetischismuskritische (46), welche die verkehrte Erscheinungsform des
Kapitals bezeichnet, die „okkulte Qualität“ zu besitzen, „Wert zu
setzen, weil er Wert ist“ (47). Von der „okkulten Qualität“ (48) ist
auch im dritten Band die Rede, und zwar in der erwähnten Kritik des
Zinsfetischs: „Im zinstragenden Kapital ist daher dieser automatische
Fetisch rein herausgearbeitet, der sich selbst verwertende Wert, Geld
heckendes Geld, und trägt es in dieser Form keine Narben seiner
Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis ist vollendet als
Verhältnis eines Dings, des Geldes, zu sich selbst. Statt der
wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital zeigt sich hier nur ihre
inhaltlose Form“ (49). Keine Spur von einer verqueren
Gottesfürchtigkeit des Ökonomiekritikers, der Behauptung eines
absoluten, sich ohne Vermittlung durch soziale Beziehungen selbst
setzenden, Subjekts oder ähnlicher Mysterien. Wenn
man ohne Gott nicht auskommt, und sei es auch das Kapital als ein böser
Gott, ist das in (der bürgerlichen) Ordnung. Man sollte diese Haltung
nur nicht Marx unterstellen.
5) Sagt Marx nicht in aller Deutlichkeit, dass der Wert
ein „bewusstlos im Kopf der Menschen Existierendes [...] bloßes
Gedankending“ (50) sei? Ist er nicht eine objektive Gedankenform (51),
ein „dem Bewußtsein Immanentes“, das sich „dem Bewußtsein als ein
Fremdes entgegen“ stellt (52)?
Wert ist eine nicht empirisch zutage tretende
Eigenschaft, die die Produzenten im Austausch beständig hervorbringen,
ohne dies zu wissen. Gegenstand des ‚Kapital’ ist die unbewusste
Hervorbringung von Reichtumsformen innerhalb einer strukturell, durch
die privat-arbeiteiligen Vergesellschaftungsbedingungen der Arbeit,
determinierten Praxis. Diese Praxis, das gesellschaftliche Verhältnis
der Produzenten, wird nur vermittelt über das gesellschaftliche
Verhältnis ihrer Arbeitsprodukte hergestellt. Dies ist der Punkt der
Theorie, der erklärt, warum Herrschaft und Aneignung im Kapitalismus
nicht eine nur sachlich verschleierte Form personaler Abhängigkeit
sind, sondern persönliche Freiheit, gegründet auf sachlicher
Abhängigkeit.
Die Abstraktion, die im Tauschakt mit den qualitativ unterschiedlichen
Gebrauchswerten geschieht, heißt deshalb ‚Realabstraktion’, weil sie
nicht von Menschen im Kopf, auch nicht unbewusst im Kopf,
vorgenommen wird. Die Realabstraktion Wert ist ebenso wie die
Repräsentationsform Geld ein objektives Geltungsverhältnis. Die Geltung
– d.h. historisch spezifische gesellschaftliche Bedeutung oder Funktion
–, die Sachen zu den Objekten Ware und Geld macht, wird dabei aus einer
Relation erklärt, in der diese Sachen von Menschen unter bestimmten
Bedingungen der Vergesellschaftung ihrer Arbeit gesetzt werden. Ohne
das bewusste Handeln der Warenbesitzer ist die Hervorbringung der
Reichtumsformen natürlich nicht möglich. In dieses bewusste Handeln
sind aber Implikationen eingelassen, die den Akteuren nicht bewusst
sind. Unbewusst heißt hier ein Nicht-Wissen über das, was im
gesellschaftlichen Verhältnis der Sachen geschieht. Hier wird die Form
Wert konstituiert. Bewusst beziehen sich die Akteure immer nur auf Geld
und Preis als bereits komplexe, ihre Konstitutionsbedingungen nicht
mehr offenbarende Reichtumsformen: Was die Waren austauschbar macht und
was allgemeine Austauschbarkeit ist, bleibt ihnen unklar und wird von
ihnen gar nicht, mit bewussten Konventionen oder mit
Gebrauchswerteigenschaften erklärt. Die in der neuen Marx-Lektüre
aufgeworfene Frage, welchen Status ökonomische Gegenständlichkeit
jenseits ihrer Auflösung in handgreifliche Dinge einerseits, in
psychische Inhalte andererseits haben kann, ist damit beantwortet:
Reichtumsformen im Kapitalismus sind gegenständlich vermittelte (Wert),
von Gegenständen repräsentierte (Geld u.a. Wertformen) und als bloße
Dingeigenschaften erscheinende (Fetischismus/Mystifikation) soziale
Verhältnisse zwischen Produzenten unter privat-arbeitsteiligen
Vergesellschaftungsbedingungen der Arbeit. Diese Unterscheidungen
werden von Kurz und Reichelt nicht nachvollzogen. Immer wird Wert von
ihnen als unbewusstes Set sozialer Normen, also ideeller Größen
gedeutet. Sie teilen den von Marx kritisierten „Standpunkt des
Oekonomen, der nur handgreifliche Dinge kennt oder Ideen – Verhältnisse
existiren nicht für ihn“ (53). Dabei werfen sie Abstraktionsebenen des
‚Kapital’ durcheinander: Es treten bei ihnen z.B. Warenbesitzer auf, wo
bei Marx bewusst nur von Waren die Rede ist (Kapitel 1.1-1.3 des ersten
Bandes), um einen im obigen Sinne unbewussten Vergesellschaftungsmodus
anzuzeigen. Auch das Herauslesen der These, Wert sei ein Gedankending,
welches anschließend dem Bewusstsein gegenübertrete, stellt eine
Verwechslung von Abstraktionsebenen dar und ist inhaltlich bestenfalls
ein säkularisierter Hegelianismus (54), der ein aus dem Kopfe
Herauswandern und sich an Dinge Kleben sozialer Bestimmungen postuliert
(55). Wert ist aber ein historisch-spezifisches „sachliche[s]
Verhältnis der Personen und gesellschaftliche[s] Verhältnis[...] der
Sachen“ (56). Auf der Abstraktionsebene der ‚einzelnen’ Ware zu Beginn
des ‚Kapital’ ist von diesem Verhältnis allerdings noch methodisch
abstrahiert (57). Da die reale Abstraktion Wert außerhalb des
Tauschvorgangs nicht stattfindet, kann auf der Ebene der Betrachtung
der durch theoretische Abstraktion gewonnenen ‚einzelnen’ Ware der
spezifisch gesellschaftliche Charakter derselben nur im Kopf des
Theoretikers fixiert werden (58). Wert ist als solcher nur
denkbar, nicht beobachtbar. Diese methodisch bedingten Aussagen nehmen
Kurz und Reichelt umstandslos als solche über den ontologischen Status
des Werts per se. Es gelingt ihnen auch nicht, klar zwischen
ökonomischen Formen und Kategorien zu unterscheiden. Marx’ Äußerung,
dass der gegenständlich induzierte Schein der Sacheigenschaft
unmittelbarer Austauschbarkeit als „objektive Gedankenform[...]“ „die
Kategorien der bürgerlichen Ökonomie“ (59) bildet, wird von Reichelt
vom Bezug auf den fetischistischen Schein, den die Formen im
Wertausdruck produzieren, wie auf dessen Verarbeitung im Diskurs der
Politökonomie gereinigt. Nicht mehr die „verrückten Formen“ (60) als fetischisierte
reale Formen, sondern diese Formen selbst gelten ihm danach als
objektive Gedankenformen (61). Objektive Gedankenformen sind nach Marx
aber weder der Wert noch das Geld als ökonomische Form, sondern
gedankliche Reproduktionen dieser Formen in ihrer fertigen, die
gesellschaftlichen Vermittlungsprozesse ihrer Hervorbringung nicht mehr
aufweisenden, sachlichen Gestalt.
Anmerkungen:
(1) Feuerbach 1985, S. 241.
(2) Albert 1993, S. 209.
(3) Albert 1991, S. 2.
(4) Allen Adorno-Fans sei versichert, dass ich damit keineswegs die
theoretischen Leistungen Adornos in Bausch und Bogen verdammen will.
Ebenso verhält es sich übrigens mit vielen der hier kritisierten
Interpreten. Das muss man angesichts linker Ticket- und
Sektenmentalität leider immer wieder eigens betonen...
(5) Améry 2004, S. 269.
(6) ISF 2000, S. 20. Vgl. auch ebd., S.13: „daß das Kapital eine –
logisch betrachtet – unmögliche Vergesellschaftungsweise darstellt“.
(7) Vgl. Horkheimer 1988, S. 217.
(8) Vgl. dazu Stapelfeldt 2004, S. 283-313.
(9) Die Kritik irrationalistischer Positionen in der neueren
Marx-Rezeption ist vor allem das Verdienst Dieter Wolfs. Vgl. seine
ausführlichen Widerlegungen der Positionen von Lange, Backhaus,
Theunissen, Furth, Göhler und Colletti in Wolf 1985/ 2002 sowie von
Reichelt in Wolf 2004.
(10) Vgl. dazu in Ansätzen: Ritsert 1976, Steinvorth 1977, Schmid 1993,
Dahms 1998.
(11) Es wäre zudem nicht an mir, einen wissenschaftlich etablierten
Vernunfttypus zu legitimieren. Begründungen darf man von denen
erwarten, die diesen zugunsten eines bisher nicht explizierten
verabschieden oder ‚aufheben’ wollen. Weshalb sollte man logische
zugunsten logisch widersprüchlicher Aussagen aufgeben? Welcher
Gegenstand erfordert dies (dass es der des ‚Kapital’ nicht ist, will
ich unten zeigen)? Warum sollte man sich in ein Sprachspiel begeben,
das argumentative Willkür zulässt und damit jede Argumentation
überflüssig macht? „Wenn wahre Aussagen über die Welt notwendig
kontradiktorisch sind, ist es weder möglich, irgend etwas Bestimmtes
über die Welt zu erkennen – da aus einer formallogischen Kontradiktion
jegliche beliebige andere Aussage ableitbar ist (sowie auch deren
jeweilige Negation), noch gar irgendeine Behauptung über die Welt als
wahr zu begründen, da jeder irgendwie begründeten Behauptung kraft der
logischen Implikation der Kontradiktion wiederum jede beliebige andere
Behauptung mit gleichem Recht entgegengestellt werden kann“ (F.O. Wolf
1983, S. 115).
(12) Hoff 2004, S. 78.
(13) Vgl. dazu vor allem die Schriften Dieter Wolfs (1985/ 2002, 2004,
2006).
(14) Vgl. Hegel 1995, § 80-82: „Das Denken als Verstand
bleibt bei der festen Bestimmung und der Unterschiedenheit derselben
gegen andere stehen“ (§ 80). „Das Spekulative oder
Positiv-Vernünftige faßt die Einheit der Bestimmungen in ihrer
Entgegensetzung“ (§ 82).
(15) In einem unveröffentlichten Papier macht Fabian Kettner gegen die
ISF gerade diesen Vernunftbegriff geltend.
(16) Arndt 2004, S. 42.
(17) Wolf 1985, S. 328.
(18) Vgl. MEW 23, S. 528.
(19) „Ich glaube, weil es widersinnig ist“.
(20) MEW 1, S. 378.
(21) ISF 2000, S. 19.
(22) Jappe 2005, S. 193.
(23) Schampel 1982, S. 15.
(24) Colletti 1977, S. 35.
(25) Pohrt 2001, S. 107.
(26) MEW 42, S. 193 (FN).
(27) Vgl. dazu ausführlich Wolf 2002, S. 166-172.
(28) Mittels einer vom Theoretiker vorgenommenen Abstraktion wird von
der Besonderheit spezifischer Arbeiten abgesehen und diese auf ihre
gemeinsame Eigenschaft, Verausgabungen menschlicher Arbeitskraft
schlechthin zu sein, reduziert.
(29) Wolf 1985, S. 187.
(30) MEW 19, S. 371.
(31) Kuhne 1995, S. 32.
(32) MEGA II/5, S. 37.
(33) MEGA II/5, S. 30.
(34) Wolf 2002, S. 141.
(35) MEW 23, S. 180f.
(36) Narski 1973, S. 51.
(37) Vgl. ebd., S. 53. Marx spricht daher auch von den „scheinbaren
Widersprüche[n], die in dem Problem [...] liegen“ (MEGA II/3.1, S. 23).
(38) Jappe 2005, S. 161.
(39) Bensch 1995, S. 7.
(40) ISF 2000, S. 21.
(41) MEW 13, S. 35.
(42) MEW 25, S. 838.
(43) Ebd., S. 826.
(44) Ebd., S. 825.
(45) MEW 23, S. 170.
(46) Vgl. zu diesem Aspekt die ausführliche Kritik von Behre/Rakowitz
(2001) an der ISF.
(47) MEW 23, S. 169.
(48) MEW 25, S. 826.
(49) Ebd., S. 405.
(50) Kurz 1987, S. 89, 94.
(51) Vgl. Reichelt 2002, S. 146f., 160.
(52) Backhaus 1997, S. 55. Vgl. auch ebd. S. 47.
(53) MEGA II/3.1, S. 133.
(54) Vgl. Ruben 1977, S. 47 (FN).
(55) Vgl. dazu ausführlich Wolf 2004 sowie Elbe 2006a-c.
(56) MEW 23, S. 87.
(57) Vgl. dazu ausführlich Wolf 2003.
(58) Nach Wolf geht es „darum, dass der wissenschaftliche Betrachter -
stellvertretend für das, was hinsichtlich des Erscheinens des Werts in
der Beziehung zur zweiten Ware geschieht -, den Wert, der an der
einzelnen Ware nicht erscheint, in dem von dem Gebrauchswert der Ware
verschiedenen Medium des Denkens festhält. Dies geschieht mit dem
Wissen, dass das hierbei entstehende ‚Gedankending’ nicht der mit den
anderen metaphorischen Umschreibungen gemeinte Wert selbst und auch
nicht seine originäre Erscheinungsweise ist“ (Wolf 2006, S. 38).
(59) MEW 23, S. 90.
(60) Ebd.
(61) Vgl. Reichelt 2002, S. 160.
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